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	<title>Indonesia 2014 &#187; Vulkan</title>
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	<description>Röbi, Ivo und Duro auf Reisen</description>
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		<title>Natur- und andere Katastrophen rund um den Krakatau</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2014 06:00:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Meine Reise neigt sich dem Ende zu und wir haben entschieden, die letzten Tage an der Westküste von Java zu verbringen. In den Westen der Insel verirren sich nur wenig Reisende, obwohl es einiges zu entdecken gibt, wie z.B. den berüchtigten Vulkan Gunung Krakatau. Von Borneo sind wir mit dem Flugzeug nach Jakarta geflogen und direkt wieder eingetaucht in den chaotischen Tumult der Grossstadt, die zu schnell wuchs als das sie ihrer Probleme Herr werden konnte. Wir entschieden uns, gar nicht erst in das Stadtzentrum zu fahren, da...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Reise neigt sich dem Ende zu und wir haben entschieden, die letzten Tage an der Westküste von <em>Java</em> zu verbringen. In den Westen der Insel verirren sich nur wenig Reisende, obwohl es einiges zu entdecken gibt, wie z.B. den berüchtigten Vulkan <em>Gunung Krakatau</em>. Von Borneo sind wir mit dem Flugzeug nach Jakarta geflogen und direkt wieder eingetaucht in den chaotischen Tumult der Grossstadt, die zu schnell wuchs als das sie ihrer Probleme Herr werden konnte.</p>
<p>Wir entschieden uns, gar nicht erst in das Stadtzentrum zu fahren, da dies aufgrund des Verkehrschaos schon eine Tagesreise für sich wäre. Stattdessen fuhren wir vom Flughafen direkt zum westlichen Busterminal, um der Megalopolis schnellstmöglich wieder zu entfliehen. Vor acht Wochen sass ich hier bereits mit Ivo im Bus eines lebensmüden Fahrers und das scheint eine javanesische Eigenheit zu sein, denn kaum sassen wir in einem Taxi, raste dieser los und quitschte mit 120km/h statt den erlaubten 40km/h über die Flughafenzufahrt. In dem lärmigen, geschäftigen Busterminal fanden wir wie durch ein Wunder den richtigen Bus und konnten einen erstaunlich vernünftigen Preis aushandeln.</p>
<p><span id="more-950"></span></p>
<p>Das Reisen mit dem öffentlichen Bus hat seinen Preis aber anderweitig, denn es ist heiss, langsam, rumplig und es gibt keine Gelegenheit Ruhe zu finden. Ich dachte immer, die Touristen werden von Strassenverkäufern belagert, doch die Einheimischen trifft es noch viel ärger. Während wir durch die Suburbs von Jakarta fuhren, sprangen ununterbrochen Verkäufer aller Art auf, die versuchten in Eilestempo ihren Krimskrams zu verkaufen, bevor der Bus zu weit davon fuhr. Zudem gesellten sich Strassenmusikanten dazu, die schräge Volkslieder trällerten, falsch auf der Gitarre spielten und auf die Sitze hämmerten. Dazu kurvte der Fahrer mit dem Riesencar um andere Strassenteilnehmer herum, als sässen wir in einem wendigen Sportwagen. Doch die Darbietungen waren sehr unterhaltsam und abenteuerlich und im Nu war die vierstündige Busfahrt um.</p>
<p>Wir landeten schlussendlich in Carita, einem ziemlich heruntergekommenen Dorf am Strand, welches allerdings schäbige Hotels mit erstaunlich teuern Zimmerpreisen vorwies. Wir lernten einen Deutschen und zwei Franzosen kennen, welche unbedingt den Krakatau Vulkan besuchen wollten, von dem ich so noch gar nichts gehört habe.</p>
<p>Scheinbar sollte man davon aber gehört haben, den der <em>Gunung Krakatau</em> steht auf der Topliste jedes Vulkanologen. Und das mit gutem Grund, da dessen Ausbruch einer der heftigsten Vulkanausbrüche der Neuzeit war. Die ganze Insel explodierte 1883 mit einer Kraft von mehreren tausend Atombomben, es schleuderte 20 km<sup>3  </sup>Gestein in die Luft und der Kollaps führte zu riesigen Tsunamis, bei dem 40m hohe Wellen alle Küsten in der Umgebung verwüsteten. Die Druckwelle wurde auf der ganzen Erdkugel gemessen und der Knall gilt als das lauteste, je registrierte Geräusch. 36&#8217;000 Menschen fanden dabei den Tod.</p>
<p>So viel unvorstellbare Superlativen wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und wir suchten einen Weg, die Überbleibsel des einst mächtigen Vulkans zu besuchen. Die Insel ist nur mit dem Boot zu erreichen und das ist mit hohen Kosten verbunden. Fredi, unser deutscher Bekannter setzte die halbe Welt in Bewegung, um ein bezahlbares Boot aufzutreiben und am nächsten Tag fuhren wir frühmorgens zur Insel Krakatau, die es so eigentlich gar nicht mehr gibt. Denn da wo einst ein Vulkan stand ist heute nur blaues Meer. Aus den Tiefen des Meeres hat sich in den letzen Jahren allerdings ein neuer Vulkan gebildet, der <em>Anak Krakatau</em>, der jedes Jahr um einige Meter wächst und regelmässig wieder Asche und Feuer ausspuckt.</p>
<p>Wir landeten am Strand des Babyvulkans und die Idylle liess nicht darauf schliessen, dass hier je eine Katastrophe stattfand. Wir wanderten entlang eines malerischen Strandes und über lauschige Waldpfade in die Höhe, bis die Bäume von schwarzem Geröll verdrängt wurden und wir freie Sicht auf die unwirtliche Landschaft hatten. Wir strauchelten durch den losen Vulkansand, der von riesigen Kratern gepflügt und von tiefen Furchen durchzogen war. Abgebrannte, dorre Bäume markierten die trostlose Todeszone.</p>
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<p>Einen Aufstieg zum Kraterrand wäre zu gefährlich, da diesem gefährliche Gase entweichen. Ohnehin war der letzte grosse Ausbruch erst vor zwei Jahren und ich stand auf frisch erkalteter Lava. Wir genossen die Aussicht auf die drei umliegenden Inseln, welche den kümmerlichen Rest der explodierten Vulkaninsel darstellten. Nach der Rückkehr zum Strand umfuhren wir den Vulkan mit dem Boot und schossen Bilder des bösen Bergs, dem auf der einen Seite eine tiefrote Zunge aus erstarrtem Magma aus dem Höllenschlund ragte. Der Vulkan war zwar ruhig, aber in meinem Endorphinhaushalt gab es aufgrund der Aussicht einige Erruptionen.</p>
<p>Nach einem Schnorchelstopp war es an der Zeit, die Rückreise anzutreten. Die Hinfahrt dauerte nur 1.5h doch die Rückreise sollte um einiges länger werden. Einer der Bootsmotoren war plötzlich ausgestiegen und so konnten wir nur noch mit halber Kraft fahren. Halbe Kraft &#8211; doppelte Fahrzeit. Dazu kam, dass das Wetter umschlug und sich der für rauhe See berüchtigen <em>Sunda-Strasse</em> gefährlich dunkle Wolken näherten. Die Wogen türmten sich immer höher auf und ich ahnte Böses. Unser kleines Vierplätzer-Motorboot wurde geschüttelt wie ein hilfloses Papierschiffchen und mit der gekappten Motorenleistung kamen wir kaum voran. Die Vulkaninsel wurde und wurde nicht kleiner und mir schien, als blieben wir an Ort und Stelle stehen. Als dann ein heftig peitschender Regen einsetzte war es dann vorbei mit der Heiterkeit und ich bekam es mit der Angst zu tun. Schliesslich habe ich zu wenig positive Erfahrungen mit den indonesischen Sicherheitsstandards gemacht, als dass ich mich beruhigen hätte können. Ein Funkgerät gab es logischerweise nicht und die erfolglosen Versuche der Crew, mit dem Handy ein Signal zu bekommen, waren wenig ermunternd. Immerhin gab es Rettungswesten. Ein weiterer Vorteil war, dass der Adrenalinausstoss die Seekrankheit verdrängte. Uns blieb nichts anderes übrig als zu warten und so schaukelten wir regendurchnässt im halbdefekten Boot und zählten die endlosen Minuten.</p>
<p>Irgendwann war der Vulkan nicht mehr zu sehen, allerdings war weit und breit auch kein Festland in Sicht und die Wellen schienen sich nicht legen zu wollen. Unser Guide grinste fortwährend und fand es überhaupt nicht schlimm, was mich zumindest ein bisschen beruhigen konnte. Als endlos später in weiter Ferne das Festland in Sicht kam, setzte auch schon die Dämmerung ein und die letzte Etappe fuhren wir in völliger Finsternis, denn Beleuchtung gab es auf dem Boot auch nicht. Als dann 300m vor der Küste auch noch das Benzin ausging, war die Katastrophenfahrt vollends zur Schreckensstory geworden. Von Hand pumpte der Franzose die letzten Tropfen Sprit in den Motor und wie durch ein Wunder erreichten wir doch noch die Küste. Welch Glück, dass der Treibstoff nicht schon eine Stunde vorher alle war. Noch nie war ich so froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben und nachdem sich die Crew entschuldigend verabschiedete, assen wir gemeinsam zu Abend und glückwünschten uns gegenseitig zum Überleben.</p>
<p>Wir entschieden uns, dass dies definitiv die letzte Bootstour für eine Weile war und genossen die letzten Tage unserer Reise eher unspektakulär am Strand. Nach Abreise unserer Bekanntschaften waren wir zwei definitiv die letzten Bule&#8217;s (Langnasen, Bleichgesichter) in der Gegend. Da ich literarisch auf dem Trockenen war, fuhren wir ins nächstgrössere Dorf, in der Hoffnung frischen Lesestoff besorgen zu können, doch ausser indonesischen Koranversionen gibt es hier gar nichts zu lesen, geschweige denn auf Englisch. Alles hier ist dreckig, lärmig, heruntergekommen und schlammverschmiert. Doch für einmal fühle ich mich hier auch in einem sehr authentischen Indonesien. Hier ist nichts auf englisch angeschrieben und meine bisherigen Errungenschaften in der indonesischen Sprache waren sehr hilfreich. Das Wetter war wechselhaft und erstmals auf meiner Reise war es für mehrere Tage regnerisch. Doch es klarte wieder auf und wir konnten nun noch einmal richtig Sonne tanken, bevor es zurück in die Schweiz geht.</p>
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<p>Am Wochenende verwandelte sich der so ruhige Strand schlagartig zu einer Pilgerstätte für indonesische Wochenendtouristen aus Jakarta. Busladungen mit Horden von Gästen bahnten sich den Weg in das kleine Dorf und der Strand war randvoll mit Indonesiern. Weit und breit waren wir die einzigen Westler und für die Urlauber eine grosse Attraktion. So war es schwierig, für einen Moment in der Sonne zu dösen, da unser Celebrity-Status leider die andauernde Bereitschaft für Fotosessions mit sich bringt.</p>
<p>Das war nun das letzte Kapitel dieser grossen Reise, denn nach unserer Erholung am Strand fahren wir morgen zurück in die Höhle des Löwen, in den urbanen Grossstadtdschungel von Jakarta. Dort füllen wir die restlichen Freiräume unserer Rucksäcke mit Souvenirs und treten die Heimreise in die Schweiz an. Es war eine wunderschöne, anstrengende, abenteuerliche Reise voller Erfahrungen und ich danke allen Lesern für eure positiven Rückmeldungen!</p>
<p>Bis zur nächsten Reise!</p>
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		<title>Hoch über den Wolken am Mount Rinjani</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jul 2014 12:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Robert]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diesmal führte mich die Reise hoch hinaus über die Wolken auf den Gunung Rinjani, den zweihöchsten Vulkan des Landes. Doch der Weg zum Gipfel sollte nicht zu einfach werden. Nachdem ich in Bali endlich meinen Reisepass mit verlängertem Visum zurückerhielt, war es an der Zeit, zur nächsten Insel aufzubrechen. Die örtlichen Gauner der Travel Offices erzählten mir durchgehend, dass alle Schnellboote nach Lombok bereits abgefahren sind und ich erst am nächsten Tag übersetzen könne. &#160; Da die netten Leute vom Reisebüro lieber Bares statt Wahres haben, mass ich...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Diesmal führte mich die Reise hoch hinaus über die Wolken auf den <em>Gunung Rinjani</em>, den zweihöchsten Vulkan des Landes. Doch der Weg zum Gipfel sollte nicht zu einfach werden. Nachdem ich in Bali endlich meinen Reisepass mit verlängertem Visum zurückerhielt, war es an der Zeit, zur nächsten Insel aufzubrechen. Die örtlichen Gauner der Travel Offices erzählten mir durchgehend, dass alle Schnellboote nach <em>Lombok</em> bereits abgefahren sind und ich erst am nächsten Tag übersetzen könne.</p>
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<p><span id="more-503"></span></p>
<p>Da die netten Leute vom Reisebüro lieber Bares statt Wahres haben, mass ich den Aussagen nicht viel Bedeutung bei und entschied mich, auf eigene Faust nach Lombok zu fahren. Richtige, öffentliche Verkehrsmittel zu finden ist eine schiere Unmöglichkeit, da einem Niemand ohne weiteres ehrliche Informationen geben will. Nach energischem Nachbohren fand ich dann doch einen Weg und reiste mit einem Dutzend verschiedener Busse und der öffentlichen Fähre tatsächlich am selben Tag noch zur nächsten Insel. Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmittel kostet etwa fünfmal weniger, dauert aber bestimmt auch eben so viel länger.</p>
<p>Auf der Reise begleiteten mich eine deutsche NGO-Mitarbeiterin und ein sehr charmantes, türkisches Pärchen, mit denen ich noch einen Tag am Strand verbrachte. Spät abends kamen wir in Kuta an, einem kleinen Fischerdorf an weissem Sandstrand, das nicht im Geringsten mit dem touristischen Kuta auf Bali zu vergleichen ist.</p>
<p>Am Abend wurden wir wie Fliegen von einem Lagerfeuer am Strand angezogen, um das sich einige indonesische Jugendliche und Travelers versammelt haben. Die Jungs zückten ihre Gitarren und gaben ein Stück nach dem anderen zum Besten. Dazu gab es Reiswein und am Feuer grillierten Fisch. Alles aus freien Stücken, eine schöne Aufheiterung nach all den geldgierigen Halunken an den Busbahnhöfen. Es war eine wunderschöne, romantische Stimmung, die den Abend leider viel länger werden liess als geplant, schliesslich sollte ich am nächsten Tag doch schon wieder aufbrechen. Mir wurde von allen Seiten abgeraten, die Besteigung des <em>Mount Rinjani</em> zu wagen, da die Wetterlage schlecht sei.</p>
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<p>Ich hatte allerdings vor, mich mit Max und Laura (die beiden Deutschen, die ich in Bali kennen gelernt habe) zu treffen, welche am Fuss des Berges bereits voller Freude auf mich warteten. Nach einigem hin und her entschied ich mich dann, doch ins Vulkangebiet vorzudringen und war so froh, mich richtig entschieden zu haben! Ich machte mich auf den Weg und überstand kampferprobt alle Geplänkel mit den nervtötenden Söldnern der Reisemafia. Unterwegs mit dem öffentlichen Bus und zwei Franzosen hielt der Bus mitten im Dschungel an und ein Typ meinte, er würde uns kostenlos bis ins Bergdorf mitnehmen. Nach allen bisherigen Erfahrungen war ich sehr skeptisch und lehnte das Angebot schon aus Prinzip ab, doch die Franzosen waren weniger vorhereingenommen. So blieb mir nichts anderes übrig und mit mulmigem Gefühl stieg ich um. Ich wurde dann tatsächlich ohne jeden Haken an meinen Wunschort gefahren, wer hätte das gedacht! Manchmal ist es so schwer zu unterscheiden, ob man über den Tisch gezogen wird oder tatsächlich auf Gastfreundschaft stösst. Das Abwägen zwischen Skepsis und Vertrauen ist nicht einfach.</p>
<p>Doch ich war da und nun galt es ernst. Die Besteigung des 3726 Meter hohen <em>Gunung Rinjani</em> ist nicht zu vergleichen mit den Touri-Spaziergängen auf die Vulkane in Java. Die Trekkingtour dauert drei Tage und hielt einige anstrengende Etappen für uns bereit. Am morgen früh ging es los und das Ziel des Tages war, den Kraterrand zu erreichen, auf dem wir die erste Nacht verbringen werden. Dieser lag aber 1500m über uns, das kann ja noch heiter werden!</p>
<p>Begleitet von unserem Guide „Benz“ und einigen Trägern machten wir uns in einer Siebnergruppe auf und wanderten auf gewundenen Pfaden durch den lauschigen Regenwald. Über uns tanzten die Affen in den Baumkronen herum und die Vögel zwitscherten ihre Lieder. Nach dem Dschungel durchstreiften wir hohe Graslandschaften in der Savanne und die Pfade wurden immer steiler. Der Schweiss floss in Strömen und es war nicht gerade motivierend, wenn die Träger mit 40 Kilo Ladung auf den Schultern und Zigarette im Mundwinkel mühelos an uns vorbei den steilen Weg hoch tänzelten.</p>
<p>Nach gut 6 Stunden schier senkrechtem Aufstieg standen wir erschöpft auf dem Kraterrand. Dicke Nebelschwaden zogen auf und ohne Bewegung wurde es schnell kalt. Wir halfen der Crew, die Zelte aufzustellen, denn hier galt es die Nacht zu verbringen. Ich zog alle Kleider an, die mir zur Verfügung standen und wartete schlotternd auf das Abendessen, welches die Träger mit einfachen Mitteln aus dem Nichts zauberten. Die Wolken verflüchtigen sich und gaben die atemberaubende Kulisse frei, die sich um uns bot. In der Mitte des Kraters lag ein riesiger, tiefblauer Kratersee, der von steilen Felswänden umgeben war. Wir waren nun auf 2600 Meter Höhe und konnten rund um uns herum bis zum Meer sehen. Dazwischen versank die dunkelrote Sonne in einem unendlichen Wolkenmeer. Dies war der Höhepunkt des ersten Tages, begleitet vom Tiefpunkt des Tages: Meine Kamera hat den Geist aufgegeben! Ihr werdet euch fortan wohl mit Bildern meines iPhones begnügen müssen. Eine weitere Enttäuschung ist, wie unglaublich verdreckt der ganze Berg ist. Überall liegt haufenweise Abfall herum, etwas das in unseren Bergen unvorstellbar wäre. Die Wege sind gesäumt von Müll und Exkrementen. Ich finde das so schade und die Einheimischen scheint das wenig zu interessieren, obwohl es Bemühungen und Aufräumaktionen gibt.</p>
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<p>Ohne Sonne wurde es schlagartig eiskalt und schon bald verkroch ich mich in meinem Zelt. Am nächsten Tag mussten wir nämlich bereits um 2:00 aufstehen, um den Aufstieg zum Gipfel zu wagen. Das bedeutet weitere 1100 Höhenmeter, die es zu meistern gilt. Schlotternd und mit steifen Gliedern krochen wir mitten in der Nacht aus unseren Zelten um uns bewaffnet mit Stirnlampen auf den Weg nach oben zu begeben.</p>
<p>Emsig kraxelten wir auf dem schmalen Grat in Richtung Gipfel. Der Boden bestand aus grobkörnigen, weichem Vulkansand und gab bei jedem Schritt nach. So hiess es zwei Schritte vor, einen zurück. Der Grat war extrem steil und kostete alle Kraft. Doch kurz vor Sonnenaufgang standen wir auf dem Gipfel! Es war eiskalt und viel zu sehen gab es nicht, da wir im dicken Nebel lagen. So stand ich mit einigen anderen, halbtoten Gestalten in der Eiseskälte, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. Einige, weniger sportliche Besucher hatten sichtlich Mühe sich noch auf den Beinen zu halten. Beim Abstieg klarte es auf und ich genoss die spektakuläre Rundumsicht. Inmitten des Kratersees lag ein kleiner Babyvulkan, aus dem noch immer Rauchsäulen hervorstiegen. Rund um den Kratersee konnte man aus dieser Höhe bis zum Meer sehen und sogar die verschiedenen Inseln wahrnehmen. Weit in der Ferne ragte der <em>Gunung Agung</em>, der Vulkan auf Bali einsam aus den Wolken.</p>
<p>1000 Meter hinauf und wieder hinunter, doch der Tag war leider noch lange nicht zu Ende. Nach dem Frühstück stiegen wir weitere 600m zum Kratersee hinab. Hier gab es eine heisse Quelle und wir konnten im heissen, schwefligen Wasser baden. Was für eine Wohltat nach diesen Strapazen! Doch mit unserer Annahme, dass wir nun neben diesen schönen, heissen Quellen unser Lager aufschlagen war weit gefehlt! Der Lagerplatz lag leider auf der anderen Seite des Kraters auf dem Grat und so galt es wieder 600m nach oben zu klettern. Nach dem Wellness-Bad in den heissen Quellen war ich natürlich wenig erpicht darauf, die schweren Beine wieder in Gang zu bringen.</p>
<p>Es geht aber immer irgendwie und auch dieses Mal standen wir einige Stunden später wieder oben und genossen die so unglaubliche Aussicht. Die Träger und Guides sind übrigens allesamt in Flipflops unterwegs. Wie die das bei der Saukälte, den steilen, rutschigen Pfaden und dem schweren Gewicht hinbringen, ist mir schleierhaft. Aber Flipflops sind hier ohnehin das universale Schuhwerk, auch auf allen Baustellen balancieren die Arbeiter mit Flipflops auf den Gerüsten.</p>
<p>Nach einer weiteren eiskalten, unbequemen Nacht ohne viel Schlaf ging es an den Abstieg ins Tal. Runter ist zwar weniger kräfteraubend als hoch, doch 1600 Meter steiler Abstieg geht ganz schön in die Knie. Die Landschaft wechselte von unwirtlicher, karger Felslandschaft zu saftigen Wiesen mit meterhohen, exotischen Farnen bis wir wieder im Dschungel waren, wo sich die Pfade steil hinab über dicke Wurzeln und Lianen wanden. Oft vergass ich meine müden Beine, da die Aussicht einfach so unglaublich schön und spannend war.</p>
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<p>Erschöpft, dreckig und hungrig waren wir wieder im Tal. Mit müden Beiden und glücklichen Erinnerungen freute ich mich einfach nur noch auf eine Dusche, ein weiches Bett und eine Pizza. Oh, wie habe ich drei Tage von einer Pizza geträumt.</p>
<p>Genau das habe ich nun getan und mir eine Auszeit am Strand gegönnt. Heute habe ich die Beine ausgestreckt und es mir gut gehen lassen. Doch mein Reiseplan ist ambitioniert und morgen geht es bereits weiter zur viertägigen Schiffstour rund um das Archipel von <em>Nusa Tenggara</em>, auf der Suche nach den sagenumwobenen Komododrachen.</p>
<p>Danach werde ich nach Bali zurückfliegen müssen, um rechtzeitig da zu sein, wenn Duro ankommt! Mit mulmigen Gefühl habe ich den Flug gebucht, da die Airline „Wings Air“ in Europa auf der schwarzen Liste steht und Flugsicherheit ein akutes Thema ist. Vor vier Wochen flog ich schliesslich exakt auf derselben Flugroute wie der gestern abgeschossene Passagierflieger der Malaysia Airlines. Wird schon gutgehen! In fünf Tagen bin ich dann zurück mit neuen, spannenden Geschichten.</p>
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		<title>Ein Spektakel von Farben auf dem Kawah Ijen</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jun 2014 05:34:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wir waren langsam gut geübt im Kurzschlaf, doch 1:30 war doch sehr früh um aufzustehen! Dies war aber nötig, da wir das &#8220;Blue Fire&#8221; besichtigen wollten. Dies war eine Schwefelquelle im Inneren des Vulkankraters von Kawah Ijen. Durch die Hitze entzündet sich das Schwefelgas und brennt in wunderschönen blauen Flammen, die man nur bei Nacht sehen kann. Wir starteten die gross angekündigte Wanderung, die sich als einstündiger Spaziergang entpuppte, allerdings war es ganz schön steil! Und stockfinster! Wir tappten uns den Berghang hoch bis zum Kraterrand, wo wir...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wir waren langsam gut geübt im Kurzschlaf, doch 1:30 war doch sehr früh um aufzustehen! Dies war aber nötig, da wir das &#8220;Blue Fire&#8221; besichtigen wollten. Dies war eine Schwefelquelle im Inneren des Vulkankraters von Kawah Ijen. Durch die Hitze entzündet sich das Schwefelgas und brennt in wunderschönen blauen Flammen, die man nur bei Nacht sehen kann.</p>
<p><span id="more-186"></span></p>
<p>Wir starteten die gross angekündigte Wanderung, die sich als einstündiger Spaziergang entpuppte, allerdings war es ganz schön steil! Und stockfinster! Wir tappten uns den Berghang hoch bis zum Kraterrand, wo wir in den immer noch aktiven Krater hinunterstiegen. Schon jetzt stieg uns der beissende Dampf der Schwefelquelle in die Nase. Auf dem Weg begegneten wir den Minenarbeitern, die die Schwefelbrocken ins Tal schleppten. Diese unscheinbaren kleinen alten &#8220;Mannli&#8221; schleppten jeweils 70 &#8211; 100 Kilo (!!) Schwefelgestein auf ihren Schultern den mühsamen Pfad hinauf zum Kraterrand.</p>
<p>Am Kraterboden angekommen empfing uns ein unglaubliches feuriges Spektakel. So etwas habe ich noch nie gesehen! Mitten in der Felswand loderte ein Feld von blauen Flammen, umgeben von dicken Rauchschwaden. Wir näherten uns so gut es ging, da der Schwefelgestank betäubend war und der Rauch in den Augen biss. Kawah Ijen bietet das grösste Schwefelvorkommen in Indonesien und ist neben Island der einzige Ort, wo man diese blauen Flammen bestaunen darf. Wir experimentierten mit unserer Kamera und flüchteten jeweils von annahenden Rauchschwaden. Mittendrin schufteten die Minenarbeiter und schlugen Schwefelbrocken aus den Felsen, für welche sie pro Kilo 800 Rupiah (etwa 6 Rappen) erhalten.</p>
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<p>Schon bald hielten wir es nicht mehr aus und machten uns auf den Rückweg zum Kraterrand, um den Sonnenaufgang zu bestaunen. Später habe ich im Internet herausgefunden, dass es sehr gefährlich ist, sich dem Krater zu nähern, da der Vulkan jederzeit wieder ausbrechen könnte, aber mit der Sicherheit nehmen es die Indonesier ohnehin nicht so genau.</p>
<p>Wir haben die Erlebnisse im Krater kaum fertig verabeitet, als wir schon von der nächsten atemberaubenden Aussicht überwältigt wurden. Die Sonne ging auf und färbte die mystische Vulkanlandschaft in allen Farben ein. Das Nebelmeer im Hintergrund färbt sich rot, der Himmel schillerte in Blautönen und der Kratersee leuchtete grün, umgeben von den gelben Schwefelfelsen. Die Aussicht war einfach unglaublich und etwas vom schönsten, dass ich je gesehen habe.</p>
<p>Wir wanderten auf dem Kraterrand herum und schossen Fotos im Sekundentakt, in der Hoffnung, diesen magischen Moment irgendwie festhalten zu können. Hier blieben wir noch eine Weile, bevor wir uns wieder auf den Abstieg ins Tal begaben. Unterwegs versuchten wir, eine der Ladungen der Arbeiter anzuheben. Wir konnten so knapp aufrecht stehen mit den Achtzig Kilo auf dem Rücken (2 Körbe und ein Bambusstab), doch die Vorstellung, damit auch nur 10 Meter zu laufen, war unvorstellbar. Ivo hat es dann fertiggebracht, dass die Körbe beim Absetzen umkippten und die halbe Ladung Schwefel den Hang hinunterkullerte. Der Arbeiter war nicht gerade erfreut, dass seine mühsam hochgeschleppte Beute in kleine Brocken zerfiel und peinlich getroffen entschädigten wir den Arbeiter mit einigen Rupiah, wahrscheinlich mehr als sein Tageslohn.</p>
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<p>Nach so viel Reisen, wenig Schlafen und Anstrengungen waren wir erschöpft und freuten uns auf das nächste Ziel, die Sandstrände in Bali! Die Etappen wurden immer angenehmer und die letzte Busreise dauerte nun noch etwa 5 Stunden, inklusiv Fährenfahrt. Wie meistens wurden wir übers Ohr gehauen und bezahlten zu viel für die Reise. Die Polizeikontrolle am Hafen schien grosse Freude gehabt zu haben an dieser Busladung abgezockter Reisender und fotografierte uns grinsend. Wahrscheinlich hängt unser Foto jetzt an der &#8220;Wall of Fame&#8221; Der abgezockten Touristen.</p>
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<p>Jetzt ist erst einmal Erholung am Strand angesagt, bis wir uns wieder auf Abenteuer wagen.</p>
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		<title>Von endlosen Busfahrten und mystischen Mondlandschaften</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jun 2014 04:54:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Unsere nächste Reise führte uns in den östlichen Teil der Insel Java zum Gunung Bromo, einem wunderschönen Vulkan. Die Reise dahin ist allerdings schon eine Erzählung für sich wert. Im Travel Office erzählte man uns, die Busfahrt würde 10 Stunden dauern. Wir haben uns dann auf eine 12-stündige Fahrt eingestellt und starteten unsere Reise am nächsten morgen gut ausgeschlafen, was taktisch sehr unklug war. Zusammen mit 14 anderen Reisenden wurden wir in eine Zwölfplätzer Konservenbüchse gepfercht, die Zwischenräume wurden fachmännisch mit den nicht einberechneten Rucksäcken aufgefüllt. Der Viehtransport...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere nächste Reise führte uns in den östlichen Teil der Insel Java zum Gunung Bromo, einem wunderschönen Vulkan. Die Reise dahin ist allerdings schon eine Erzählung für sich wert. Im Travel Office erzählte man uns, die Busfahrt würde 10 Stunden dauern. Wir haben uns dann auf eine 12-stündige Fahrt eingestellt und starteten unsere Reise am nächsten morgen gut ausgeschlafen, was taktisch sehr unklug war.</p>
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<p>Zusammen mit 14 anderen Reisenden wurden wir in eine Zwölfplätzer Konservenbüchse gepfercht, die Zwischenräume wurden fachmännisch mit den nicht einberechneten Rucksäcken aufgefüllt. Der Viehtransport setzte sich langsam in Bewegung und schlich sich durch den stockenden Verkehr.</p>
<p>Ausnahmsweise wünschte ich mir die eisige Klimaanlaage der Zugfahrt zurück, denn in der fahrenden Sardinenbüchse wurde es ganz schön warm. Unterwegs verbrachten wir unsere Zeit mit Plaudern, Schlafen, aus dem Fenster schauen, Sitzposition verändern und Karten spielen. Wir haben unterwegs eine Menge neue Reisende kennen gelernt. Ähnlich wie bei meiner letzten Reise haben die meisten eine ähnliche Route und man begegnet sich immer wieder.</p>
<p>Unvorteilhafterweise funktionierte Google Maps auf meinem Handy und ich konnte jeweils feststellen, wie wenig weit unsere Reise schon fortgeschritten war. Langweilig wurde es aber nicht, da unser hirnverbrannter Fahrer stets dafür sorgte, dass wir aufregende Nahtoderlebnisse hatten. Mit stetigem Gehupe kurvten wir mit gut 100 km/h auf der Gegenfahrbahn um die anbrausenden Lastwagen herum und das, nachdem der Fahrer uns stolz verkündete, seit zwei Tagen nicht mehr geschlafen zu haben und immer noch fahren zu können.</p>
<p>Nachdem ich ungefähr 10 Mal mit meinem Leben abgeschlossen habe, liess die Schockwirkung langsam nach und ich war einfach nur froh, bald schadlos anzukommen. Die Fahrt dauerte schlussendlich 16 Stunden am Stück und unser Hinflug im Flugzeug mit Verpflegung und Unterhaltung erschien in der Retrospektive plötzlich sehr angenehm.</p>
<p>Spät abends angekommen konnten wir uns im einheimischen Dorfladen noch kurz verpflegen und uns gemeinsam mit den lokalen Arbeitern über das abgebrochene TV-Signal der Fussballweltmeisterschaft aufregen. Danach ging es für flotte drei Stunden ins Bett, denn um 3:30 war schon wieder Tagwach. Auf dem Plan stand der Sonnenaufgang in der Vulkanlandschaft. Im übrigen ist die Tropenhitze dem kalten Bergklima gewichen und es war in der Nacht um die 5° C. Die kurze Nacht zahlte sich mehrfach aus, denn die Aussicht war atemberaubend. Mit einem Jeep fuhren wir zum steilen Aussichtspunkt, von wo wir eine unglaubliche Aussicht genossen. Danach bestiegen wir den kleinen Vulkan selber und konnten den Krater bestaunen. Die Geruchskulisse wechselte zwischen Pferdedung und faulen Eiern (Schwefel), doch das konnte das wunderbare Erlebnis nicht trüben.</p>
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<p>Nach der Rückkehr zum Dorf konnten wir uns kaum halten, denn wir freuten uns so sehr auf den nächsten endlosen Viehtransport im Minivan! Diesmal dauerte die Reise nur 8 Stunden, was uns schon als Kurztrip vorkam. Glücklicherweise konnten wir diesesmal bessere Plätze ergattern und die Beine einigermassen strecken. Auch dieses Mal sind wir irgendwann angekommen in Sempung, einem Bergdorf nahe des Kawah Ijen, unserem nächsten vulkanischen Ziel. Hier wurden wir überrascht von einer schönen Unterkunft, sogar mit Pool und Whirlpool (oder zumindest eine warme, braune Brühe). Die nächste Nacht war noch kürzer, denn diesmal mussten wir schon um 1:30 wieder los. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag!</p>
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